
Der Personalchef war in den vergangenen Jahren maßgeblich daran beteiligt, den rasch gewachsenen Rüstungselektronik-Hersteller organisatorisch neu aufzustellen. Unter seiner Verantwortung wurde der Personalbereich modernisiert, während Hensoldt gleichzeitig in mehreren Geschäftsbereichen deutlich expandierte und hunderte neue Mitarbeitende einstellte. Insbesondere seit Beginn des Ukrainekriegs zählt das Unternehmen zu den zentralen Ausrüstern europäischer Streitkräfte, was zu einem starken Auftragsanstieg führte.
Eine Nachfolgelösung steht nach Angaben des Unternehmens bereits bereit. Der Name der neuen Führungskraft soll im Laufe des ersten Quartals 2026 kommuniziert werden. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats heißt es, man wolle einen „reibungslosen Übergang“ sicherstellen, da der Personalsektor angesichts des Fachkräftemangels und der steigenden Produktionsanforderungen besonders sensibel sei.
Reaktion an der Börse fällt verhalten aus
Die Aktie der Hensoldt AG reagierte auf die Nachricht mit leichten Abschlägen. Im Xetra-Handel fiel der Kurs am Donnerstagvormittag zeitweise auf 68,90 Euro und lag damit rund 1,15 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Händler sprachen von einer „normalen Enttäuschungsreaktion“, da Personalveränderungen im Vorstand grundsätzlich als Unsicherheitsfaktor gelten – zumal in einer Phase, in der die Rüstungsbranche hohe Erwartungen erfüllen muss.
Grundsätzlich bleibt der mittelfristige Trend bei Hensoldt jedoch intakt. Der Konzern profitiert weiterhin von steigenden Rüstungsausgaben in Europa, einem prall gefüllten Auftragsbuch und der anhaltend hohen Nachfrage nach Sensorik-, Radar- und Aufklärungssystemen. Analysten verweisen darauf, dass die Personalie Immisch für die langfristige Geschäftsentwicklung kaum entscheidend sei, die Aktie jedoch kurzfristig volatil bleiben könne.
Wie groß die Belastung für das Unternehmen tatsächlich ist, wird sich erst zeigen, wenn der neue Personalvorstand vorgestellt und die Übergabe abgeschlossen ist. Bis dahin dürfte Hensoldt vor allem versuchen, Ruhe zu vermitteln – und den eingeschlagenen Wachstumskurs ohne Unterbrechung fortzuführen.