
Alphabet steigt in die Top Ten auf
Berkshire Hathaway meldete zum Stichtag 30. September einen Bestand von rund 18 Millionen Alphabet-Aktien im Wert von 4,3 Milliarden US-Dollar. Damit rangiert der Google-Mutterkonzern nun auf Platz zehn des Berkshire-Portfolios. Die Nachricht sorgte nachbörslich für leichte Kursgewinne bei Alphabet.
Buffett, der sein Lebenswerk zum Jahreswechsel an seinen langjährigen Stellvertreter Greg Abel übergibt, hält traditionell Abstand von Tech-Risiken. Dennoch investiert Berkshire inzwischen in drei der sechs großen US-Technologiekonzerne – Apple, Amazon und nun Alphabet. Dass Buffett diesen Schritt kurz vor seinem Abgang vollzieht, werten viele Marktteilnehmer als klares Signal: Alphabet gehört für Berkshire offenbar zu den langfristigen Gewinnern des KI-Zeitalters.
Die Zahlen sprechen für sich: Während das Suchmaschinen-Geschäft weiterhin den Großteil der Gewinne abliefert, wuchs Alphabets Cloud-Sparte zuletzt um fast 90 Prozent. Die massiven Investitionen – rund 90 Milliarden Dollar im laufenden Jahr – kann sich der Konzern dank starker Cashflows problemlos leisten.
Tech-lastige Zukäufe prägen das Quartal
Neben Alphabet baute Berkshire weitere Positionen aus, die klare Technologie- oder Digitalbezüge aufweisen. Besonders bemerkenswert:
- Chubb: Beteiligung um 16 Prozent erhöht. Der Versicherer setzt verstärkt auf KI-Modelle, Cyberprodukte und automatisierte Schadensanalysen. Die Position kommt nun auf 3,3 Prozent des Portfolios.
- Domino’s Pizza: Anteil um 13,2 Prozent gesteigert. Die Kette experimentiert mit Robotik und KI-basierten Prognosesystemen, um Bestellungen und Lieferketten effizienter zu gestalten.
Viele dieser Entscheidungen werden Insidern zufolge nicht direkt Buffett zugeschrieben, sondern seinen Investmentmanagern Ted Weschler und Todd Combs, die seit Jahren versuchen, Berkshire stärker auf digitale Geschäftsmodelle auszurichten.
Buffett trennt sich weiter von Apple
Trotz der neuen Tech-Positionen bleibt Apple mit Abstand größte Einzelbeteiligung – allerdings deutlich geschrumpft. Im dritten Quartal verkaufte Berkshire erneut rund 15 Prozent der Anteile. Seit 2022 hat sich der Bestand damit von über 900 Millionen Aktien auf nur noch 238 Millionen reduziert.
Warum Buffett die Position Stück für Stück abbaut, bleibt sein Geheimnis. Analysten verweisen auf schwächeres China-Geschäft, aber auch auf Apples verhaltene KI-Strategie. Gleichzeitig überzeugt der Konzern mit starken Margen und einem erfolgreichen Start des iPhone 17. Apple erwartet für das laufende Quartal sogar wieder zweistellige Umsatzsteigerungen.
Portfolio wird kleiner – 12. Quartal in Folge Nettoverkäufe
Berkshire bleibt in Abwehrhaltung: 12,5 Milliarden Dollar an Verkäufen stehen im Quartal lediglich 6,4 Milliarden Dollar an neuen Investitionen gegenüber. Die Folge: Das Depot schrumpft weiter, seit drei Jahren kontinuierlich. 2022 enthielt es noch 47 Positionen – heute nur noch 39.
Besonders auffällig:
- Bank of America: minus 6 Prozent
- Verisign: minus 32 Prozent
- Nucor: minus 3 Prozent
- D.R. Horton: vollständig verkauft
Hätte Berkshire seit 2022 keine Verkäufe getätigt, läge der Depotwert heute rein rechnerisch bei über 490 Milliarden Dollar. Tatsächlich beträgt er aktuell nur 257 Milliarden Dollar.
Cash-Berg erreicht historischen Höchststand
Buffett hat im fünften Quartal in Folge auf Aktienrückkäufe verzichtet – und damit ist die Cashposition von Berkshire auf gigantische 381,6 Milliarden Dollar gestiegen. Kein anderes US-Unternehmen hält mehr liquide Mittel. Viele Anleger sehen Berkshire deshalb als sicheren Hafen, besonders in Zeiten geopolitischer Spannungen und Rezessionssorgen.
Die Aktie der Klasse A – weiterhin das teuerste Wertpapier der Welt – schloss den Freitag bei 763.867 Dollar. Seit Anfang November hat sie rund sieben Prozent zugelegt.