René Schröder: E-Mails über den Zaun – warum IT eine neue Rolle einnehmen muss

Digitalisierung, Automatisierung, Cybersecurity und künstliche Intelligenz gelten längst als zentrale Erfolgsfaktoren moderner Unternehmen. Dabei scheitern viele IT-Projekte nicht an der Technik, sondern an fehlender Abstimmung zwischen IT, Fachbereichen und Geschäftsführung. Inwieweit bremsen klassische Übergabemuster Unternehmen in diesem Kontext aber wirklich aus und welche Rolle muss moderne IT heute einnehmen?

Einerseits erwarten Geschäftsführungen schnellere Digitalisierungsprojekte, mehr Automatisierung und sichtbare Innovationssprünge. Andererseits kämpfen viele IT-Abteilungen mit knappen Ressourcen, komplexen Anforderungen und ständig neuen Erwartungen rund um Daten, Sicherheit und künstliche Intelligenz. Einzelne Fachbereiche formulieren dabei ihre Anforderungen, reichen diese an die IT weiter und erwarten Ergebnisse – häufig ohne gemeinsam über Ziele, Prioritäten oder den eigentlichen Nutzen zu sprechen. Die Folge: Projekte werden zwar umgesetzt, lösen aber nicht das zugrunde liegende Problem. Studien bestätigen diese Entwicklung. So erreichen beispielsweise laut Gartner weniger als die Hälfte aller Digitalinitiativen ihre angestrebten Geschäftsergebnisse, während zahlreiche entwickelte Softwarefunktionen später kaum genutzt werden. „Wenn Unternehmen diese Muster nicht durchbrechen, produzieren sie immer mehr vermeintliche Lösungen, ohne die eigentlichen Ursachen ihrer Probleme zu beseitigen. Das kostet nicht nur Zeit und Geld, sondern untergräbt langfristig auch Vertrauen, Innovationsfähigkeit und Motivation“, warnt René Schröder, Geschäftsführer der RegSus Consulting GmbH.

„Die meisten Unternehmen haben kein reines IT-Problem. Sie haben Übergabe- und Zusammenarbeitsschwierigkeiten. Genau dort entstehen die größten Reibungsverluste und gleichzeitig die größten Potenziale“, fügt er hinzu.

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich René Schröder mit der Frage, warum IT-Projekte erfolgreich sind oder scheitern. Als Gründer der RegSus Consulting GmbH unterstützt er mittelständische und größere Unternehmen dabei, die Zusammenarbeit zwischen IT, Fachbereichen und Geschäftsführung nachhaltig zu verbessern. Besonders in regulierten Branchen wie Energie, Pharma, Finanzdienstleistungen oder dem öffentlichen Sektor zeigt sich immer wieder das gleiche Muster: Anforderungen werden weitergereicht, Verantwortung wird verschoben und wichtige Entscheidungen werden getroffen, ohne die relevanten Beteiligten frühzeitig einzubeziehen. Diese Beobachtungen bilden auch die Grundlage seines Buches „E-Mails über den Zaun werfen ist keine Kommunikation“, in dem René Schröder anhand zahlreicher Praxisbeispiele aufzeigt, warum wirksame IT nicht durch mehr Technik, sondern durch bessere Zusammenarbeit entsteht.

René Schröder von der RegSus Consulting GmbH: Wenn Übergaben wichtiger werden als Verständnis

„E-Mails über den Zaun werfen ist keine Kommunikation“: Dieser Satz beschreibt nach Ansicht von René Schröder eines der größten Strukturprobleme moderner Unternehmen. In vielen Organisationen werden Anforderungen vom Fachbereich an Projektverantwortliche übergeben, anschließend an die IT weitergereicht und schließlich von Entwicklern umgesetzt. Mit jeder Übergabe geht jedoch ein Teil des fachlichen Kontexts verloren. Folglich liefert die IT zwar formal korrekt, trifft aber nicht immer den tatsächlichen Bedarf der Nutzer.

René Schröder, Geschäftsführer der RegSus Consulting GmbH
René Schröder ist der Geschäftsführer der RegSus Consulting GmbH.

Besonders problematisch wird all das, wenn Fachbereiche ihre Anforderungen lediglich formulieren, sich anschließend aber nicht mehr aktiv an Priorisierung, Feedback oder Nutzung beteiligen. „Je mehr Übersetzungsschichten zwischen Problem und Lösung liegen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende zwar gearbeitet wurde, aber keine Wirkung entsteht“, erläutert René Schröder von der RegSus Consulting GmbH hierzu. Echte Zusammenarbeit beginnt deshalb nicht erst bei der Umsetzung, sondern bereits bei der gemeinsamen Definition von Zielen, Nutzen und Verantwortlichkeiten.

Schatten-IT und KI: Symptome tieferliegender Probleme

Inmitten dieser Missstände beobachten zahlreiche Unternehmen längst eine zunehmende Verbreitung von Schatten-IT und Schatten-KI. Das bedeutet konkret: Fachbereiche beschaffen eigenständig Softwarelösungen oder nutzen KI-Anwendungen außerhalb der offiziellen IT-Strukturen. Für René Schröder von der RegSus Consulting GmbH ist dies weniger ein Regelbruch als vielmehr ein Warnsignal.

„Wenn Mitarbeiter eigene Werkzeuge suchen, dann meist deshalb, weil sie das Gefühl haben, ihre Anforderungen würden auf anderem Weg nicht schnell genug gelöst“, verrät er.

Dadurch entstehen jedoch neue Risiken: Datensilos, Sicherheitslücken, Datenschutzprobleme und fehlende Integration erschweren die Steuerung des Unternehmens. Besonders beim Thema künstliche Intelligenz verschärft sich diese Situation zusätzlich, denn Geschäftsführungen erwarten Innovationen, während Datenqualität, Prozesse, Verantwortlichkeiten und Nutzenmessung häufig noch nicht ausreichend geklärt sind. Die Folge sind Pilotprojekte, die hohe Erwartungen erzeugen, aber nur selten messbare Ergebnisse liefern.

René Schröder von der RegSus Consulting GmbH: Die neue Rolle der IT im Mittelstand

Nach Ansicht von René Schröder muss sich deshalb vor allem das Verständnis der IT selbst verändern. Moderne IT-Abteilungen betreiben nicht nur Systeme. Sie schaffen die Voraussetzungen für digitale Innovation, Automatisierung, Datennutzung, Sicherheit, Compliance und unternehmerische Handlungsfähigkeit. Damit dies gelingt, müssen Fachbereiche, Geschäftsführung und IT enger zusammenarbeiten. Fachbereiche sollten zudem die nötige Verantwortung für Anforderungen, Prioritäten und Feedback übernehmen.

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich René Schröder mit der Frage, warum IT-Projekte erfolgreich sind oder scheitern.

Währenddessen muss die Geschäftsführung klare Zielbilder, Entscheidungswege und Ressourcen schaffen. Ebenso sollte die IT frühzeitig in strategische und fachliche Entscheidungen eingebunden werden. „Wer die IT erst dann einbezieht, wenn Anforderungen bereits vollständig formuliert wurden, verschenkt einen großen Teil ihres Potenzials“, betont René Schröder. Erst wenn alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung übernehmen, kann die IT ihre Wirkung vollständig entfalten.

Fazit: Zusammenarbeit als entscheidender Wettbewerbsfaktor

Viele Unternehmen versuchen, digitale Herausforderungen durch zusätzliche Budgets, neue Technologien oder mehr Geschwindigkeit zu lösen. Doch solange grundlegende Probleme bei Kommunikation, Priorisierung und Verantwortung bestehen bleiben, werden auch neue Investitionen ihre Wirkung nur begrenzt entfalten. Erfolgreiche Unternehmen reduzieren hingegen Übergaben, verkürzen Feedbackzyklen und schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen IT und Business. Dadurch gehen weniger Informationen verloren, Entscheidungen werden schneller getroffen und digitale Vorhaben erzielen häufiger den gewünschten Nutzen.

Für René Schröder ist deshalb klar: Die Zukunft erfolgreicher IT liegt nicht allein in moderner Technologie. Sie liegt in einer Zusammenarbeit, die IT, Fachbereiche und Geschäftsführung als gleichwertige Partner versteht. „IT wird künftig nicht daran gemessen, wie viele Tickets sie bearbeitet oder wie schnell sie Systeme betreibt. Entscheidend wird sein, welchen Beitrag sie zur Entwicklung des Unternehmens leistet“, fasst René Schröder zusammen.

Sie wollen die Zusammenarbeit zwischen Ihrer IT und Ihren Fachbereichen verbessern?

Dann melden Sie sich jetzt bei René Schröder von der RegSus Consulting GmbH

You May Also Like
Regeln der Kommunikation
Weiterlesen

Kommunikation erfolgreich gestalten: Die 10 wichtigsten Regeln für klare Worte

Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg! Egal ob im Job, in der Familie oder im Freundeskreis – eine gute Kommunikation ist der Grundstein für starke Beziehungen und erfolgreiche Projekte. Aber Vorsicht: Nicht jeder ist ein Kommunikationsprofi. Ohne die richtigen Regeln kann eine Unterhaltung schnell schief gehen und Missverständnisse sind vorprogrammiert. Doch keine Sorge, in diesem Artikel werden wir dir die Regeln der Kommunikation aufzeigen, damit Du immer auf der sicheren Seite bist!
Weiterlesen
Weiterlesen

Thomas Wabnig klärt auf: Die Wahrheit über Prop-Trading und was dahintersteckt

In Zeiten von Kriegen, Inflation und Unsicherheit suchen viele Menschen nach stabilen Möglichkeiten, ihr Vermögen zu sichern. Daytrading bietet dabei eine interessante Option, da es Händlern erlaubt, täglich auf Marktschwankungen zu reagieren und sogar davon zu profitieren. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang oft fällt, ist Prop-Trading. Hierbei stellt ein Unternehmen dem Trader Kapital zur Verfügung und erhält im Gegenzug einen Anteil am Gewinn. Doch wie funktioniert Prop-Trading wirklich und wie rentabel ist es?
Weiterlesen
Baulig Consulting seriös in der Kritik
Weiterlesen

Wie seriös ist Baulig Consulting wirklich?

Sie polarisieren, sie treffen gewagte Aussagen, sie versprechen Großes – und eine Frage bleibt: Ist auch etwas dahinter? Beim ersten Blick auf die Brüder Andreas und Markus Baulig reagieren nicht wenige Menschen unsicher oder gar skeptisch, wagt man jedoch einen zweiten Blick, offenbaren sich ausnahmslos überraschende Fakten. Was hinter Baulig Consulting steckt und wie seriös die Unternehmensberatung wirklich ist.
Weiterlesen
Weiterlesen

Baulig Consulting: Wie Andreas und Markus Baulig die Branche auf den Kopf stellen

In nur fünf Jahren haben die Brüder Andreas und Markus Baulig den Consulting- und Agenturmarkt umgekrempelt – plötzlich geht alles agiler, digitaler und besser. Der Lohn: Baulig Consulting ist die schnellstwachsende Unternehmensberatung in Deutschland. Wie der kometenhafte Aufstieg gelang – und was die Branche davon lernen sollte, erfahren Sie im Folgenden.
Weiterlesen
Weiterlesen

Erfolgspfad in der Kritik – alles nur eine Fassade? Wir checken, was es mit dem Erfolgspfad auf sich hat

Viele Menschen hegen den Traum von finanzieller Freiheit. Bei der Suche nach Geschäftsmodellen, um sich diesen Lebensstil zu ermöglichen, stoßen einige von ihnen auf die Tätigkeit im Vertrieb. Zahlreiche Anbieter und Coaches versprechen hier schnellen Erfolg – darunter auch Jenny Richter, die mit ihrem Erfolgspfad einen Einstieg in die Welt des Vertrieb anbietet. Doch wie wirksam sind ihre Theorien in der Praxis? Führt die Teilnahme an ihrem Coaching tatsächlich zu Erfolg im Vertrieb? Hier erfahren Sie, was es mit dem Erfolgspfad auf sich hat.
Weiterlesen