Ein Unternehmen kann Prozesse digitalisieren, Teams aufbauen und ein skalierbares System entwickeln und beim Eintritt in einen neuen Markt trotzdem auf Herausforderungen stoßen, die sich technisch kaum lösen lassen. Besonders deutlich wird das bei Designleistungen. Ein Briefing muss nicht nur sprachlich korrekt übersetzt, sondern in seinem Kontext verstanden werden. Texte müssen zur Zielgruppe passen, Abstimmungen selbstverständlich wirken und gestalterische Entscheidungen berücksichtigen, wie Menschen im jeweiligen Markt kommunizieren und Inhalte wahrnehmen. Gutes Business-Englisch allein reicht dafür nicht aus. Ein Team kann die Sprache beherrschen und dennoch Formulierungen wählen, die für amerikanische Kunden ungewohnt wirken oder sprachliche Feinheiten anders einordnen. „Wenn Unternehmen viel Zeit und Geld in einen neuen Markt investieren, darf die Expansion am Ende nicht an der Kommunikation scheitern. Sonst erreicht ein funktionierendes Geschäftsmodell die neuen Kunden nicht“, sagt Vincent Jureczek von der 7i7 Design GmbH.
„Bei der Internationalisierung geht es nicht darum, ein funktionierendes Geschäftsmodell für jeden neuen Markt komplett neu aufzubauen. Entscheidend ist, zu erkennen, welche Strukturen sich übertragen lassen und wo gezielte Anpassungen notwendig sind“, erklärt Vincent Jureczek.
Diesen Ansatz verfolgt der Unternehmer auch beim nächsten Wachstumsschritt der 7i7 Design GmbH. Seit der Gründung 2017 entwickelte Vincent Jureczek das Unternehmen rund um monatlich planbare Designkapazitäten, festangestellte Designer und eine eigene digitale Plattform. Bereits im ersten Geschäftsjahr erreichte die 7i7 Design GmbH einen siebenstelligen Umsatz. Später kamen eigene Entwickler, größere Designteams, Teamleiter und weitere Führungsebenen hinzu. Heute arbeitet das Unternehmen mit Kunden unterschiedlicher Größe zusammen, darunter IONOS und Fahrrad XXL. Nun richtet Vincent Jureczek den Blick auf den US-amerikanischen Markt und bereitet Website, Plattform und Kommunikation auf den geplanten Eintritt vor.
Warum eine englische Website noch keinen US-Markt erschließt
Wer mit einem bestehenden Geschäftsmodell in einen neuen Markt expandiert, muss zunächst dafür sorgen, dass auch die digitalen Kontaktpunkte für die neuen Kunden funktionieren. Für den US-Markt beginnt das bei einer englischsprachigen Website, reicht aber schnell darüber hinaus. Wie weit diese Anpassung gehen kann, zeigt sich bei der 7i7 Design GmbH an der eigenen Plattform, über die ein wesentlicher Teil der täglichen Zusammenarbeit mit den Kunden läuft. Dort stellen Kunden ihre Designaufträge ein, legen Prioritäten fest, stimmen sich mit dem Team ab und rufen fertige Dateien ab. Deshalb müssen nicht nur einzelne Texte übersetzt werden, sondern auch Formulierungen in der Benutzeroberfläche, Beschreibungen von Abläufen und die Kommunikation rund um einzelne Aufträge müssen auf die neuen Kunden abgestimmt werden.

Eine reine Übersetzung greift dabei zu kurz, weil Sprache immer auch davon geprägt ist, wie Menschen in einem Markt kommunizieren und welche Formulierungen sie gewohnt sind. Genau darauf achtet die 7i7 Design GmbH bei der Anpassung ihrer Plattform. „Ein Kunde sollte nicht bei jeder zweiten Formulierung merken, dass ein deutsches System nachträglich ins Englische übertragen wurde. Die Nutzung muss sich für ihn genauso selbstverständlich anfühlen wie für unsere Kunden in Deutschland“, erklärt Vincent Jureczek.
Warum gutes Design mehr als die richtige Sprache braucht
Noch deutlicher zeigt sich die Herausforderung bei der eigentlichen Designarbeit. Designer müssen Briefings verstehen, Texte in unterschiedliche Formate übertragen und einordnen können, welche Botschaft ein Kunde vermitteln möchte. Dabei können bereits sprachliche Feinheiten beeinflussen, wie eine Aussage gewichtet, eine Information hervorgehoben oder ein Entwurf aufgebaut wird. Die einzelnen Wörter zu verstehen, reicht deshalb nicht immer aus. Ebenso wichtig ist der Kontext, in dem Kunden kommunizieren und ihre Zielgruppen Inhalte wahrnehmen.
Im deutschen Markt setzt die 7i7 Design GmbH deshalb bewusst auf deutschsprachige Designer, die mit den sprachlichen Feinheiten und Kommunikationsgewohnheiten im DACH-Raum vertraut sind. Diesen Qualitätsanspruch will Vincent Jureczek auch beim Schritt in die USA beibehalten. Entscheidend ist dafür nicht allein, dass die Designer fachlich überzeugen und gutes Englisch sprechen. Sie müssen auch verstehen, wie amerikanische Kunden kommunizieren, was sie mit ihren Briefings vermitteln wollen und wie die jeweiligen Inhalte bei deren Zielgruppen ankommen sollen.
Wie sich die 7i7 Design GmbH für den US-Markt vorbereitet
Für den Eintritt in den US-Markt muss die 7i7 Design GmbH nicht bei null anfangen. Das Unternehmen verfügt bereits über Strukturen, die mit dem bisherigen Wachstum entstanden sind. Dazu gehört die eigene Software, über die Kunden ihre Aufträge einstellen und priorisieren, mit dem Team kommunizieren und fertige Dateien abrufen. Auch Designteams, Verantwortlichkeiten und interne Abläufe sind auf ein wachsendes Auftragsvolumen ausgerichtet. Diese Grundlage soll bei der Expansion bestehen bleiben. Anpassungen sind vor allem dort notwendig, wo Sprache, Kommunikation und die Erwartungen amerikanischer Kunden andere Anforderungen mit sich bringen.

Auch am fachlichen Fokus soll sich nichts ändern. Die 7i7 Design GmbH bleibt auf Design spezialisiert, statt den Eintritt in einen neuen Markt mit zusätzlichen fachfremden Leistungen abzusichern. Zusätzliche Einblicke für die Vorbereitung liefert der Austausch mit Russ Perry, dem Gründer von Design Pickle. Das Unternehmen hat in den USA bereits ein vergleichbares Geschäftsmodell in deutlich größerem Umfang aufgebaut. Die Erfahrungen aus dem amerikanischen Markt können dabei helfen, relevante Anforderungen frühzeitig einzuordnen, ohne das dort etablierte Modell zu kopieren.
Mit dem geplanten Markteintritt beginnt für die 7i7 Design GmbH nun die nächste Phase ihrer Entwicklung. Nach dem Wachstum in Deutschland richtet sich der Blick erstmals gezielt auf die internationale Entwicklung des Geschäftsmodells. „Die USA sind für uns deshalb mehr als nur ein zusätzlicher Markt. Dort wird sich zeigen, welches internationale Potenzial in dem steckt, was wir in Deutschland aufgebaut haben“, sagt Vincent Jureczek abschließend.
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