Mario Lüddemann über KI und Trading-Bots: Werden menschliche Trader bald überflüssig?

Algorithmen handeln in Sekundenbruchteilen, Trading-Bots reagieren automatisch auf Kursbewegungen und künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für den Börsenhandel. Für Privatanleger wirkt der Markt dadurch schneller und technischer als je zuvor. Doch müssen sie tatsächlich mit Banken und automatisierten Handelssystemen konkurrieren oder liegen ihre Stärken an einer ganz anderen Stelle?

Der Börsenhandel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Wo früher Händler auf dem Parkett Kauf- und Verkaufsaufträge abwickelten, übernehmen heute überwiegend elektronische Systeme diese Aufgabe. Nachrichten, Wirtschaftsdaten oder politische Aussagen können innerhalb kürzester Zeit starke Kursbewegungen auslösen. Für private Trader entsteht dadurch schnell der Eindruck, einem technologischen Wettrennen ausgeliefert zu sein, das sie kaum gewinnen können. Große Marktteilnehmer verfügen schließlich über Kapital, leistungsfähige Technik und Systeme in unmittelbarer Nähe zu den Handelsplätzen. „Wer als privater Trader versucht, schneller zu sein als die großen Banken und ihre Handelssysteme, wird diesen Wettbewerb kaum gewinnen können. Dafür sind deren technische und finanzielle Möglichkeiten einfach zu groß“, erklärt Mario Lüddemann, Geschäftsführer der Lüddemann Investments GmbH.

„Entscheidend ist nicht, schneller als die Maschinen zu handeln. Entscheidend ist, zu erkennen, was am Markt passiert, und daraus regelbasiert zu handeln“, betont Mario Lüddemann weiter.

Seit rund 30 Jahren ist der Börsenexperte an den Finanzmärkten aktiv und hat den Wandel vom klassischen Parketthandel über automatische Kauf- und Verkaufsprogramme bis hin zu heutigen Trading-Bots selbst miterlebt. Mit der Lüddemann Investments GmbH vermittelt er Anlegern und Tradern regelbasierte Methoden für Trading, Investment und Risikomanagement. Auch heute handelt Mario Lüddemann im Grundsatz noch ähnlich wie vor rund 25 Jahren. Verändert haben sich vor allem die Geschwindigkeit der Märkte und damit die Bedingungen, unter denen Trader ihre Entscheidungen treffen. Für private Trader kommt es aus seiner Sicht deshalb darauf an, diese Entwicklung richtig einzuordnen, statt sich auf ein Wettrennen mit der Technik einzulassen.

Mario Lüddemann von der Lüddemann Investments GmbH: Wie Trading-Bots die Börse verändern und wo ihre Grenzen liegen

Automatisierter Handel ist keine neue Erscheinung. Schon lange bevor künstliche Intelligenz zum Alltagsthema wurde, nutzten große Marktteilnehmer schnelle Handelssysteme und automatische Programme. Trading-Bots führen dabei zuvor festgelegte Regeln, Signale und Parameter konsequent aus. Genau das kann ein Vorteil sein, weil ein Programm nicht zögert oder spontan von seinen Vorgaben abweicht. Gleichzeitig liegt darin aber auch seine entscheidende Grenze. „Ein Bot macht das, was man ihm vorgibt. Er hält sich konsequent an seine Regeln, aber er besitzt keinen gesunden Menschenverstand“, erklärt Mario Lüddemann.

Mario Lüddemann, Geschäftsführer der Lüddemann Investments GmbH
Mario Lüddemann ist der Geschäftsführer der Lüddemann Investments GmbH.

Das wird vor allem dann zum Problem, wenn sich die Bedingungen am Markt plötzlich verändern. Ein Bot reagiert weiterhin nach den Regeln, für die er programmiert wurde, und kann nicht selbst einschätzen, ob diese in der neuen Situation noch sinnvoll sind. Genau hier hat der Mensch einen Vorteil: Ein erfahrener Trader kann eine außergewöhnliche Marktsituation einordnen, seine bisherige Vorgehensweise hinterfragen und sein Handeln an die veränderten Bedingungen anpassen. Reagieren dagegen viele automatisierte Systeme gleichzeitig auf dieselben technischen Signale, können sie starke Kursbewegungen zusätzlich verstärken. Für vorbereitete Trader müssen solche Übertreibungen allerdings nicht nur ein Risiko sein. Folgt auf die schnelle Bewegung eine Gegenreaktion, können sich daraus neue Handelsmöglichkeiten ergeben.

Warum private Trader das Rennen gegen die Maschinen nicht gewinnen müssen

Dass menschliche Trader außergewöhnliche Situationen einordnen und größere Marktbewegungen für sich nutzen können, bedeutet nicht, dass sie mit automatisierten Systemen auf jeder Ebene konkurrieren sollten. Gerade bei der Geschwindigkeit wäre dieser Versuch aussichtslos. Im Hochfrequenzhandel verfügen Banken und große Investmenthäuser über Kapital, Infrastruktur und technische Nähe zu den Handelsplätzen, die privaten Tradern nicht zur Verfügung stehen. Diesen technischen Vorsprung können sie nicht aufholen, müssen es nach Einschätzung von Mario Lüddemann aber auch nicht.

„Als privater Trader muss ich nicht versuchen, den großen Marktteilnehmern zuvorzukommen. Ich kann beobachten, welche Bewegungen entstehen, und mit einer klaren Strategie darauf reagieren“, erläutert Mario Lüddemann.

Neben diesen unterschiedlichen Voraussetzungen bringt der automatisierte Handel für private Marktteilnehmer auch Vorteile mit sich. So kann die hohe Zahl automatisierter Transaktionen die Liquidität erhöhen und zu engeren Spreads beitragen. Unter geeigneten Marktbedingungen lassen sich Wertpapiere dadurch leichter kaufen und verkaufen, während die Handelskosten sinken können. Auch die höhere Geschwindigkeit kann für aktive Trader Chancen schaffen, weil starke technische Bewegungen und anschließende Gegenreaktionen zusätzliche Handelsmöglichkeiten eröffnen können.

Gerade bei solchen schnellen Kursbewegungen kommt es allerdings darauf an, nicht jeder Entwicklung spontan hinterherzuhandeln. Für Mario Lüddemann von der Lüddemann Investments GmbH braucht es deshalb eine feste Handelslogik und klare Risikoregeln, die bereits vor dem Einstieg feststehen. Trader müssen dabei nicht jede Bewegung erklären, sondern beobachten, was tatsächlich am Markt passiert, und prüfen, ob die sichtbare Entwicklung zur eigenen Strategie passt. Technische Hilfsmittel können bei der Umsetzung unterstützen, nehmen dem Menschen aber nicht die Verantwortung für seine Entscheidungen ab. Denn auch das beste System hilft wenig, wenn der Trader vor dem Computer seine eigenen Regeln nicht konsequent einhält.

Wann fertige Trading-Bots für Privatanleger zum Risiko werden können

Klare Regeln allein garantieren noch keine funktionierende Handelsstrategie. Entscheidend ist auch, ob diese Regeln unter unterschiedlichen Marktbedingungen Bestand haben. Genau hier können fertige Trading-Bots für Privatanleger zum Problem werden. Manche Systeme werden anhand vergangener Kursdaten so stark optimiert, dass sie in bestimmten Marktphasen überzeugende Ergebnisse liefern. Verändert sich das Marktumfeld, kann dieselbe Strategie jedoch plötzlich Verluste produzieren. „Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Trading-Bot in der Vergangenheit Geld verdient hat. Entscheidend ist, wie stabil seine Strategie funktioniert und was passiert, wenn der Markt plötzlich anders reagiert“, warnt Mario Lüddemann.

„Ein Bot macht das, was man ihm vorgibt. Er hält sich konsequent an seine Regeln, aber er besitzt keinen gesunden Menschenverstand“, erklärt Mario Lüddemann.

Besonders riskant wird das, wenn solche Systeme zusätzlich mit hohem Hebel, CFDs oder einem zu großen Risiko eingesetzt werden. Dann können starke Marktbewegungen erhebliche Teile des eingesetzten Kapitals gefährden. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass sich mithilfe von KI oder ChatGPT heute schneller eigene Bots entwickeln lassen. Denn die Technik kann zwar eine vorgegebene Regel automatisieren, sie liefert damit aber noch keine belastbare Handelsstrategie. Um eine solche Regel zu entwickeln und ihre Grenzen einschätzen zu können, braucht es Erfahrung mit unterschiedlichsten Marktsituationen und ein Verständnis dafür, wie sich Märkte unter veränderten Bedingungen verhalten.

Mario Lüddemann von der Lüddemann Investments GmbH über die Zukunft menschlicher Trader

Dass die Automatisierung an den Börsen weiter zunehmen wird, steht für Mario Lüddemann außer Frage. Elektronische Systeme wickeln bereits heute große Teile des Handels ab und dürften künftig noch stärker eingesetzt werden. Auch Mario Lüddemann nutzt Bots in bestimmten Bereichen der Lüddemann Investments GmbH, beim eigentlichen Trading setzt er sie jedoch nicht ein. Denn bevor ein System eine Strategie automatisieren kann, muss zunächst eine belastbare Handelsregel entwickelt werden. Wie sinnvoll diese Regel ist und wann veränderte Marktbedingungen eine andere Reaktion erfordern, kann die technische Umsetzung allein nicht beantworten.

Genau deshalb sieht Mario Lüddemann menschliche Trader trotz der fortschreitenden Automatisierung nicht vor dem Aus. „Die Maschinen werden immer schneller und die Automatisierung wird weiter zunehmen. Trotzdem wird es auch künftig Möglichkeiten für Menschen geben, die den Markt verstehen und nach klaren Regeln handeln“, betont er abschließend.

Sie möchten beim Trading nicht versuchen, jede Bewegung vorherzusagen, sondern mit klaren Regeln und einem strukturierten Risikomanagement arbeiten?

Dann melden Sie sich jetzt bei Mario Lüddemann von der Lüddemann Investments GmbH und vereinbaren Sie einen Termin!

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