KI im Praxistest: Messbarer Nutzen stärkt das Vertrauen, das Entwicklungstempo polarisiert

In Unternehmen wächst das Vertrauen in Künstliche Intelligenz vor allem dann, wenn sich der geschäftliche Nutzen nachweisen lässt und Pilotprojekte skaliert werden können. Für Vorbehalte sorgt das hohe Entwicklungstempo, genauso wie Fragen zu Cybersicherheit, Datenschutz und verantwortungsvoller KI. Dies geht aus der aktuellen Erhebung “Expleo AI Pulse” unter 800 Führungskräften aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland hervor.

Konkrete Erfolge wirken sich besonders positiv aus. So geben 51 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass sie heute positiver gegenüber der Technologie eingestellt sind als noch vor einem Jahr. Der Grund: Sie können nun einen messbaren geschäftlichen Nutzen von KI nachweisen. Die Aussicht, erfolgreiche KI-Pilotprojekte in eine breitere Anwendung zu überführen, wird von jedem Zweiten als weiterer Grund genannt. Bei beiden Faktoren berichten lediglich 18 Prozent von einem negativen Einfluss auf ihre Einstellung.

“Die Ergebnisse sind für mich ein Zeichen wachsender KI-Reife”, sagt Dr. Yusuf Erdogan, Country Lead Digital & Technology bei Expleo Deutschland. “Der Nutzen wird konkreter, gleichzeitig werden die Erwartungen anspruchsvoller und Risiken bewusster wahrgenommen. Unternehmen geben KI keinen pauschalen Vertrauensvorschuss mehr. Sie erwarten messbare Ergebnisse und wollen zugleich sicherstellen, dass die Technologie beherrschbar und verantwortungsvoll eingesetzt wird.”

Hohes Entwicklungstempo polarisiert

Das hohe Entwicklungstempo wird zwiespältig wahrgenommen. 49 Prozent der Befragten bewerten die Geschwindigkeit, mit der sich die KI-Fähigkeiten weiterentwickeln, positiv. Gleichzeitig geben jedoch 28 Prozent an, durch diese Entwicklung skeptischer geworden zu sein. Dies ist der höchste Negativwert unter allen neun abgefragten Faktoren. Die Dynamik der Technologie schafft somit einerseits neue Möglichkeiten, erhöht andererseits aber auch den Druck auf Unternehmen, mit der Entwicklung Schritt zu halten.

“Das Tempo ist für viele die eigentliche Herausforderung. Modelle und Werkzeuge entwickeln sich schneller, als Unternehmen ihre Prozesse, Kompetenzen und Governance-Strukturen anpassen können. Wer KI skalieren will, braucht klare Zuständigkeiten und feste Kriterien dafür, welche Neuerungen übernommen werden und welche nicht”, so Erdogan.

Auch bei den Themen Cybersicherheit und Datenschutz zeigt sich ein differenziertes Bild. So sind 45 Prozent der Führungskräfte aufgrund der Erfahrungen ihres Unternehmens im Umgang mit entsprechenden KI-Risiken nun positiver gegenüber KI eingestellt. 26 Prozent sind aufgrund dieser Erfahrungen hingegen skeptischer geworden. Beim ethischen Einsatz fällt die Bilanz ähnlich aus: 45 Prozent sind positiver, 25 Prozent skeptischer gestimmt.

AI Pulse Index: Ernüchterung wird messbar

Während die Detailergebnisse ein zunehmend facettenreiches Bild zeichnen, ist die europäische KI-Stimmung im September insgesamt zurückgegangen. So sank der AI-Pulse-Index, der die Zuversicht von Führungskräften gegenüber KI misst, im September auf 64 Punkte. Im August hatte der konsolidierte Wert noch bei rund 69 Punkten gelegen. Im Ländervergleich liegt Großbritannien mit 65 Punkten knapp vorn. Deutschland und Irland erreichen jeweils 64 Punkte, Frankreich folgt mit 63 Punkten.

“Der Rückgang beim Sentiment-Index zeigt, dass Unternehmen inzwischen sehr konkret beurteilen können, in welchen Bereichen KI tatsächlich einen Mehrwert bietet und in welchen nicht”, sagt Erdogan. “Mit zunehmender Erfahrung schauen Unternehmen genauer auf Nutzen, Risiken und Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz. Die allgemeine Begeisterung weicht damit einer differenzierteren Bewertung.”

Über die Studie

Die “Expleo AI Pulse”-Umfrage wird seit August 2025 jeden Monat in Deutschland, Irland, Großbritannien und Frankreich durchgeführt und liefert repräsentative Stimmungsbilder zum Einsatz von KI in Unternehmen. Die aktuelle Ausgabe basiert auf der 14. Erhebungswelle (Feldphase: September 2026). Pro Land werden 200 Führungskräfte aus den Branchen IT, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Handel, Ingenieurwesen sowie Transport und Logistik befragt, insgesamt 800 pro Monat. Die Studie wird von der Insights-Agentur Opinium im Auftrag von Expleo durchgeführt. Umfangreiche Datensätze und weitere Informationen sind auf Anfrage erhältlich.

Über Expleo

Expleo ist ein weltweit tätiger Anbieter von Ingenieurs-, Technologie- und Beratungsdienstleistungen, der führende Unternehmen partnerschaftlich in ihrer Geschäftstransformation begleitet und sie bei der Realisierung operativer Spitzenleistungen und zukunftssicherer Geschäftstätigkeiten unterstützt.

Expleo profitiert von mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Entwicklung komplexer Produkte, der Optimierung von Fertigungsprozessen und der Qualitätssicherung von Informationssystemen. Es ist das Bestreben der Expleo Group, bei jedem Schritt des Wertschöpfungsprozesses Innovationen voranzutreiben, wobei sie auf fundierte Branchenkenntnisse und umfassendes Fachwissen in Bereichen wie KI-Engineering, Digitalisierung, Hyperautomatisierung, Cybersicherheit und Datenwissenschaft aufbaut.

Als Unternehmen, das Wert auf Verantwortungsbewusstsein und Diversität legt, verpflichtet sich die Expleo Group dazu, ihren Geschäften mit Integrität nachzugehen und auf mehr Nachhaltigkeit und Sicherheit für die Gesellschaft hinzuarbeiten.

Expleo verfügt global über eine weitreichende Präsenz, mit über 17.000 hochqualifizierten Expertinnen und Experten, die in 29 Ländern Mehrwert schaffen und einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaften.

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