Neue Studie: KI im Studium angekommen, Hochschulen hinken hinterher

© Getty Images/ACAD International Research AG
Mehr als die Hälfte der Studierenden nutzt generative KI mindestens mehrmals pro Woche im Studium, fast jede sechste Person sogar täglich. Gleichzeitig fühlen sich viele von ihren Hochschulen beim Umgang mit KI nur unzureichend unterstützt. Das zeigt eine aktuelle Online-Befragung unter 402 Studierenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, durchgeführt von der ACAD International Research AG im Wintersemester 2025/26.

Die Ergebnisse weisen auf eine wachsende Lücke zwischen der alltäglichen KI-Nutzung im Studium und dem institutionellen Umgang der Hochschulen mit generativer KI hin.

Zentrale Befunde

  • 57 % der Befragten nutzen KI-Tools mindestens mehrmals pro Woche im Studium.
  • Rund 18 % verwenden KI täglich.
  • Etwa 15 % lassen sich häufig ganze Arbeiten von KI generieren.
  • Über 70 % bewerten das Generieren vollständiger Arbeiten als ethisch bedenklich.
  • Fast die Hälfte der Befragten berichtet von häufig fehlerhaften oder unvollständigen KI-Ergebnissen.
  • Nur rund ein Fünftel bewertet das KI-Ausbildungsangebot der eigenen Hochschule als gut oder sehr gut.
  • Mehr als die Hälfte gibt an, zu wenig Orientierung zum erlaubten Einsatz von KI im Studium zu erhalten.

“Unsere Daten zeigen: KI ist im Studienalltag längst angekommen. Viele Studierende nutzen KI intensiv, fühlen sich beim wissenschaftlich sinnvollen Umgang damit aber weitgehend auf sich allein gestellt.” – Dr. Sandra Reichstetter, Studienleitung

Die Studie zeigt zugleich ein differenziertes Bild der KI-Nutzung: Unterstützende Anwendungen wie Brainstorming, Recherche oder sprachliche Überarbeitung werden von vielen Studierenden positiv bewertet. Deutlich kritischer sehen die Befragten dagegen die vollständige Delegation wissenschaftlicher Leistungen an KI-Systeme.

Die Online-Befragung wurde im Zeitraum vom 8. September 2025 bis zum 2. Dezember 2025 durchgeführt. Teilgenommen haben 402 Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Rekrutierung erfolgte über soziale Medien und studentische Netzwerke. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, liefern jedoch Einblicke in Nutzungsverhalten, Einstellungen und Erwartungen von Studierenden im Umgang mit KI.

Die vollständige Studie sowie Grafiken und Zusatzmaterialien: https://www.acad-write.com/umfrage-ki-im-studium-2026/

You May Also Like
Weiterlesen

Mehr Milliardäre als jemals zuvor: manager magazin veröffentlicht Liste der reichsten Deutschen 2024

Mit einem geschätzten Vermögen von 43,7 Milliarden Euro ist Lidl-Gründer Dieter Schwarz (85) der reichste Deutsche. Schwarz verdrängt damit die BMW-Großaktionäre Susanne Klatten (62) und Stefan Quandt (58) auf Rang 2 in der Reichstenliste des manager magazins. Auf Platz 3 rangiert mit einem geschätzten Vermögen von 33,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr die Familie Merck, der die Mehrheit am gleichnamigen Pharma- und Chemiekonzern gehört.
Weiterlesen
Weiterlesen

Absturz der Preise: Erbschaftssteuer spült Immobilien auf den Markt?

Aufgrund einer weitreichenden Änderung im Jahressteuergesetz wird sowohl das Schenken als auch das Erben ab 2023 teurer. Dieser Umstand könnte viele Menschen dazu veranlassen, teure Erbschaften wie Immobilien zu veräußern. Doch inwieweit wirken sich die Gesetzesänderungen im nächsten Jahr wirklich auf den Immobilienmarkt aus?
Weiterlesen
Weiterlesen

Die Kunst der Kaufentscheidung Der Einfluss von Werbung auf das Gedächtnis der Konsumenten

Die Qual der Wahl. Noch nie mussten die Menschen so viele Entscheidungen treffen wie heute. Die vielen Möglichkeiten machen uns das Leben schwer. Etwa alle drei Sekunden steht eine Entscheidung an. Viele davon sind Kaufentscheidungen. Kein Wunder also, dass unser Kopf als Schutz vor Überforderung bei vermeintlich unwichtigen Entscheidungen auf Autopilot stellt.
Weiterlesen
Weiterlesen

Unternehmen müssen sich branchenübergreifend neu ausrichten: Bain baut Turnaround-Expertise weiter aus

Dysfunktionale Lieferketten, drohende Energieknappheit, hohe Inflation und steigende Zinsen setzen Unternehmen in allen Branchen massiv unter Druck. Gleichzeitig gilt es, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und vorgegebene Emissionsziele zu erreichen. Um die Firmen bei der erforderlichen Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen und sie in existenzbedrohenden Krisen zu stabilisieren, erweitert die internationale Unternehmensberatung Bain & Company einmal mehr ihre fachliche und personelle Expertise in den Bereichen Turnaround und Transformation.
Weiterlesen
Weiterlesen

d-fine mit klarer Wachstumsprognose für 2023: Mehr als 200 neue Stellen und Inflationsausgleichsprämie in voller Höhe

Um die weiterhin steigende Nachfrage am Markt zu bedienen, plant die in Frankfurt ansässige, europaweit tätige Unternehmensberatung d-fine für 2023 alleine in Deutschland mehr als 200 neue Stellen. Zielgruppe sind insbesondere Hochschulabsolventinnen und -absolventen naturwissenschaftlicher, mathematischer und technischer Studiengänge.
Weiterlesen