4,4 % aller Erwerbstätigen in Deutschland sind Führungskräfte

Jede 23. erwerbstätige Person in Deutschland hat eine leitende Position inne. Im Jahr 2025 waren 4,4 % aller Erwerbstätigen in Deutschland in einer Führungsposition tätig, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat mitteilt. Das waren 1,9 Millionen Führungskräfte. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch leicht darüber: 4,5 % der Erwerbstätigen waren 2015 in einer Führungsposition tätig. Zu den Führungspositionen zählen hier die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst.

Je nach Branche unterscheidet sich der Anteil der Erwerbstätigen in Führungspositionen. Am höchsten war er im Gastgewerbe mit 11,5 %. Ein Grund dürfte die spezielle Struktur des Gastgewerbes mit vielen kleinen Betrieben und einer entsprechend geringeren Anzahl von Erwerbstätigen je Führungskraft sein. Danach folgten mit 7,6 % Führungskräften das Grundstücks- und Wohnungswesen und mit 7,4 % der Bereich Information und Kommunikation. Im Baugewerbe sowie im Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen lag er mit 5,4 % über dem der Gesamtwirtschaft. In der beschäftigungsreichsten Branche, dem Verarbeitenden Gewerbe, hatten 5,2 % der Erwerbstätigen eine Führungsposition inne. Am niedrigsten war der Anteil im Gesundheits- und Sozialwesen mit 1,8 %. Auch in der öffentlichen Verwaltung war der Anteil mit 2,2 % unterdurchschnittlich. Im Bereich Erziehung und Unterricht waren 2,3 % Führungskräfte.

In der EU anteilig mehr Führungskräfte als in Deutschland

Im Vergleich der Staaten der Europäischen Union (EU) lag der Anteil in Deutschland unter dem Durchschnitt: Im Jahr 2025 waren EU-weit 5,4 % aller Erwerbstätigen Führungskräfte. Der Anteil ist in den letzten zehn Jahren leicht von 5,2 % auf 5,4 % gestiegen. Am höchsten war der Anteil der Führungskräfte 2025 in Malta (11,4 %), Lettland (10,1 %) und Litauen (9,9 %). Den geringsten Anteil hingegen gab es in Rumänien (2,7 %), Griechenland (3,0 %) und Dänemark (3,1 %).

Führungskräfte verdienen im Mittel mehr als 7 000 Euro brutto

Beschäftigte in Berufen mit Führungsfunktion erzielen in Deutschland im Schnitt deutlich höhere Verdienste als jene ohne. So lag der Median-Bruttomonatsverdienst einer vollzeitbeschäftigten Führungskraft im April 2025 bei 7 024 Euro (ohne Sonderzahlungen). Zum Vergleich: Der mittlere monatliche Verdienst aller Vollzeitbeschäftigten lag bei 4 123 Euro brutto. Bei Frauen lag der mittlere Verdienst in einer Führungsposition unter dem Verdienst von Männern in vergleichbarer Position: Als vollzeitbeschäftigte Führungskraft verdienten Frauen 5 806 Euro, Männer 7 451 Euro.

Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse zum Anteil der Führungskräfte an allen Erwerbstätigen nach Wirtschaftszweig stammen aus der EU-Arbeitskräfteerhebung. Zu den Führungspositionen zählen hier die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst. Diese Berufsgruppen fallen in die ISCO-Hauptgruppe 1. ISCO ist die Bezeichnung für die Internationale Standardklassifikation der Berufe.

Die Daten zu Verdiensten stammen aus der Verdiensterhebung 2025 und beziehen sich auf den April des Jahres. Steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden hier nicht mit abgebildet. Es werden ausschließlich abhängige Beschäftigungsverhältnisse erfasst. Die hier dargestellten Berufe mit Führungsfunktion beinhalten Aufgaben, welche einen hohen Komplexitätsgrad aufweisen. Personen in diesen Berufen leiten Unternehmen und Organisationen und übernehmen zum Beispiel die Verantwortung für Personalrekrutierung und -führung, Ziele und Qualitätsmanagement, Budgetplanung und Ressourceneffizienz.

You May Also Like
Weiterlesen

Mehr Milliardäre als jemals zuvor: manager magazin veröffentlicht Liste der reichsten Deutschen 2024

Mit einem geschätzten Vermögen von 43,7 Milliarden Euro ist Lidl-Gründer Dieter Schwarz (85) der reichste Deutsche. Schwarz verdrängt damit die BMW-Großaktionäre Susanne Klatten (62) und Stefan Quandt (58) auf Rang 2 in der Reichstenliste des manager magazins. Auf Platz 3 rangiert mit einem geschätzten Vermögen von 33,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr die Familie Merck, der die Mehrheit am gleichnamigen Pharma- und Chemiekonzern gehört.
Weiterlesen
Weiterlesen

Absturz der Preise: Erbschaftssteuer spült Immobilien auf den Markt?

Aufgrund einer weitreichenden Änderung im Jahressteuergesetz wird sowohl das Schenken als auch das Erben ab 2023 teurer. Dieser Umstand könnte viele Menschen dazu veranlassen, teure Erbschaften wie Immobilien zu veräußern. Doch inwieweit wirken sich die Gesetzesänderungen im nächsten Jahr wirklich auf den Immobilienmarkt aus?
Weiterlesen
Weiterlesen

Die Kunst der Kaufentscheidung Der Einfluss von Werbung auf das Gedächtnis der Konsumenten

Die Qual der Wahl. Noch nie mussten die Menschen so viele Entscheidungen treffen wie heute. Die vielen Möglichkeiten machen uns das Leben schwer. Etwa alle drei Sekunden steht eine Entscheidung an. Viele davon sind Kaufentscheidungen. Kein Wunder also, dass unser Kopf als Schutz vor Überforderung bei vermeintlich unwichtigen Entscheidungen auf Autopilot stellt.
Weiterlesen
Weiterlesen

Unternehmen müssen sich branchenübergreifend neu ausrichten: Bain baut Turnaround-Expertise weiter aus

Dysfunktionale Lieferketten, drohende Energieknappheit, hohe Inflation und steigende Zinsen setzen Unternehmen in allen Branchen massiv unter Druck. Gleichzeitig gilt es, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und vorgegebene Emissionsziele zu erreichen. Um die Firmen bei der erforderlichen Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen und sie in existenzbedrohenden Krisen zu stabilisieren, erweitert die internationale Unternehmensberatung Bain & Company einmal mehr ihre fachliche und personelle Expertise in den Bereichen Turnaround und Transformation.
Weiterlesen
Weiterlesen

d-fine mit klarer Wachstumsprognose für 2023: Mehr als 200 neue Stellen und Inflationsausgleichsprämie in voller Höhe

Um die weiterhin steigende Nachfrage am Markt zu bedienen, plant die in Frankfurt ansässige, europaweit tätige Unternehmensberatung d-fine für 2023 alleine in Deutschland mehr als 200 neue Stellen. Zielgruppe sind insbesondere Hochschulabsolventinnen und -absolventen naturwissenschaftlicher, mathematischer und technischer Studiengänge.
Weiterlesen