In der Welt des Marketings gibt es keinen Stillstand. Wenn vor Kurzem noch Influencer-Marketing eine große Sache war, geht es jetzt um die Creator Economy. Was aber verbirgt sich hinter dem Begriff? “Bei der Creator Economy geht es darum, dass Menschen Technologie einsetzen, um ihre Ideen auf neuen Wegen in der realen Welt zu manifestieren und Gewinne zu generieren”, sagt CopeCart-Gründer und Marketingprofi Raoul Plickat. “Dabei wird das Internet als Distributionskanal genutzt.” In unserem Expertenratgeber erklärt Raoul Plickat, was genau es mit der Creator Economy auf sich hat.
Raoul Plickat: Wie die Creator Economy entstand
Die Creator Economy teilt sich in zahlreiche verschiedene Segmente: Es reicht von Podcasts oder Personen, die interessante Texte schreiben, über Teacher, Coaches, Vertriebler, Fitness-Berater bis hin zu Musikern und Influencern auf TikTok, Instagram oder YouTube, erklärt Raoul Plickat.
“Im Kern geht es um Content Creator, die ihre digital aufgebaute Reichweite monetarisieren, dabei möglichst kreativ werden und unkonventionelle Wege auf dem digitalen Weg gehen.”
Die Herstellung von Content geht zurück auf die Zeit der Entstehung des Internets und der ersten Blogs, mit denen Menschen ihre Ideen oder Meinungen verbreiteten. Mit Plattformen wie Facebook, Twitter oder MySpace wurde das Ganze sehr viel einfacher. Wir sprechen von User Generated Content, führt Plickat weiter aus. Plötzlich konnte jeder ohne großen Aufwand zum Creator werden. Auf den Plattformen entwickelten sich in der Folge einige User zu Influencern. Sie haben manche Dinge anders gemacht oder hatten exzellente Ideen. Auf diese Weise erreichten sie eine große Zielgruppe und es gelang ihnen, ihre Reichweite in bare Münze umzuwandeln, indem sie Markendeals an Land zogen. Sie begannen, für Produkte zu werben, die zu ihnen und ihrer Zielgruppe passten, erklärt der Gründer von CopeCart.
Der nächste Schritt war letztlich logisch vorhersehbar: Einige Creator dachten sich, dass es eine gute Idee wäre, nicht nur Werbung für andere zu machen, sondern selbst unternehmerisch tätig zu werden. Der Reiz bestand in der größeren Unabhängigkeit und natürlich in der Aussicht auf höheren Gewinn, veranschaulicht Raoul Plickat. Um es an einfachen Beispielen zu erklären: Ein Influencer, der für Fast-Food wirbt, gründet seine eigene Restaurantkette. Eine Influencerin, die Kosmetiktipps gibt, etabliert ihr eigenes Make-up. Mit der unternehmerischen Tätigkeit geht der Trend einher, das Risiko zu minimieren, indem man auf möglichst viele Plattformen setzt oder sogar in die reale Welt geht, indem man beispielsweise Events organisiert.

So sieht die Zukunft der Creator Economy aus
Um in Zukunft noch weniger abhängig von den zentralisierten Plattformen zu werden, setzen die Creator zunehmend auf eigene Plattformen. Alles begann mit dem Internet, die zweite Stufe waren Social-Media-Plattformen, die dritte Stufe die verschiedenen Chancen zur Monetarisierung, die dem Creator mehr Kontrolle gaben. Die vierte und aktuell letzte Stufe ist die Blockchain-Technologie, die auch das Thema Ownership verschiebt. Der Creator wird quasi selbst zur Plattform, wie Plickat erklärt.
“Die Kunden gehen nicht mehr zu Facebook, Instagram oder TikTok, um dort den Creator zu finden. Sie suchen ihn direkt auf.”
Die Blockchain-Technologie bietet dafür laut des CopeCart-Gründers die besten Möglichkeiten. Gemeint sind an dieser Stelle die NFTs, also Non-Fungible Token, die gegenwärtig ein großes Thema sind. Und das Spiel für die Creator Economy drastisch verändern.
Dabei gilt, dass die Creator Economy nicht nur für Influencer interessant ist, die fünf oder zehn Millionen Follower haben. Auch kleinere Influencer mit 5.000 oder 10.000 Followern können von der Entwicklung profitieren – weil dieser Markt beständig wächst. Was auch immer die Zukunft bringen wird, eines ist klar: Die Creator Economy bleibt von der Technologie abhängig. Der Markt wächst und damit auch die Tools, die es wiederum mehr Menschen ermöglichen, in die Creator Economy einzusteigen. Auf der anderen Seite wird der Wettbewerb auch härter und damit muss der Creator sich auf seine Kreativität verlassen. Denn ohne diese ist er nichts, fasst Raoul Plickat zusammen.
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